Ein allgemeines Recht, die Wohnung zu besichtigen, steht Ihnen als Vermieter nicht zu, auch dann nicht, um sich etwa alle 2 Jahre einen allgemeinen Eindruck vom Zustand der Wohnung zu verschaffen. Eine entsprechende Klausel im Mietvertrag wäre unwirksam.

Nach der Entscheidung etwa des AG Bonn Urt. v. 25. 5. 2005 (Az. 5 C 275/04) steht einem Vermieter ein allgemeines, periodisches Besichtigungsrecht nicht zu. Das Recht des Mieters auf ungestörten Besitz der überlassenen Räume wird unter Bezugnahme auf die neuere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts als höherrangig eingestuft im Verhältnis zum allgemeinen Besichtigungsinteresse des Vermieters.

Der Mieter hat das aus dem Besitzrecht abgeleitete Hausrecht über die Wohnung und darf darüber verfügen, wer die Wohnung wann und wie betreten darf. Der Vermieter benötigt zum Betreten der Wohnung immer ein berechtigtes Interesse.

Dieses liegt beispielsweise vor, wenn er angezeigte Mängel begutachten will oder einen begründeten Verdacht hat, dass die Wohnung nicht vertragsgemäß genutzt wird. Ein weiterer Grund liegt vor, wenn er die Wohnung Mietinteressenten zeigen will.

Sie müssen Ihren Wunsch rechtzeitig ankündigen, in der Regel also 3 bis 4 Tage vorher, bei Wohnungsbesichtigungen mit Interessenten sogar bis zu 14 Tage früher, zumindest bei berufstätigen Mietern. Die Ankündigung ist so zu formulieren, dass der Mieter über den räumlichen und zeitlichen Umfang der Besichtigung informiert wird. Das Amtsgericht Hamburg hat mit Urteil vom 23.02.2006 (Az. 49 C 513/05) betont, dass wegen der in Art. 13 des Grundgesetzes geschützten Unverletzlichkeit der Wohnung der Vermieter das Besichtigungsrecht in jedem Fall schonend auszuüben habe und daher vermeidbare Besichtigungen unterbleiben müssen.

Die Kommentierung folgert daraus wiederum, dass Sie Ihr Informationsinteresse „bündeln“ müssen, also möglichst wenige Besichtigungstermine mit einer möglichst hohen Zahl an Interessenten durchführen. Auf mehrere aufeinanderfolgende Besichtigungstermine muss sich der  Mieter jedenfalls nicht einlassen. Umgekehrt muss der Mieter an einer von Ihnen gewünschten Terminvereinbarung aber mitwirken; insoweit trifft den Mieter eine aus § 241 Abs. 2 BGB ableitbare Nebenpflicht. Schlagen Sie  mehrere Termine vor, so ist der Mieter verpflichtet, sich dazu zu äußern.

Die Durchführung der Besichtigung kann, wenn der Mieter nichts anders gestattet, nur an Werktagen von Montag bis Freitag zur Tageszeit verlangt werden.

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