Wieso Sie ein Wohnungsübergabeprotokoll brauchen und was Sie dabei falsch machen können.

Eine Wohnungsübergabe wird für Vermieter oft zum Tag der Wahrheit. Um sich abzusichern, gibt es ein Wohnungsübergabeprotokoll. Doch selbst mit diesem kann noch eine Menge schief gehen.

Übergabeprotokoll Muster


Wohnungsübergabe – vielen Vermietern bereitet allein das Wort schon Kopfschmerzen. Um letzteren immerhin ein wenig vorzubeugen, sollten Vermieter daher unbedingt darauf achten, ein Wohnungsübergabeprotokoll zu erstellen. Für Vermieter ist ein solches Protokoll immens wichtig, denn hier wird der aktuelle Zustand der Wohnung festgehalten, um beim Auszug des Mieters feststellen zu können, ob etwaige Schäden vom Mieter stammen oder schon vorher vorlagen.

Wenn irgendwo noch ein Riss, Loch oder großer Kratzer zu sehen ist, wenn etwas fehlt oder ganz im Allgemeinen nicht so aussieht, wie es soll, dann steht es am Ende in diesem Protokoll. Nur so kann der Vermieter für Schäden, die über die normale Abnutzung hinausgehen oder bei einer mangelhaften Renovierung auch Schadensersatz fordern.

Rechtlich vorgeschrieben ist die Anfertigung eines Wohnungsübergabeprotokolls nicht. Doch nicht umsonst empfehlen sowohl der Deutsche Mieterbund als auch der Immobilienverband Deutschland, eines zu erstellen. Ein Übergabeprotokoll ist nämlich auch für Mieter sinnvoll, da ihr Vermieter sie so nicht nachträglich für Schäden verantwortlich machen kann, die schon bei Einzug vorhanden waren. Gehen wir einmal die wichtigsten Punkte durch, die ein solches Protokoll enthalten sollte:

Was in jedem Wohnungsübernahmeprotokoll vermerkt sein sollte:

  • Sehr wichtig ist, dass Sie alle Mängel, die die Wohnung am Übergabetag noch hat, genau auflisten – bestenfalls einzeln und idealerweise noch ergänzt durch ein Beweisfoto

  • Dokumentieren Sie den Zustand des Anstrichs und der Tapete, halten Sie insbesondere Ausschau nach Schimmel

  • Ebenso den Zustand sämtlicher Elektrogeräte, Heizungen, Leitungen, Wasserhähne, Duschen und Toilettenspülungen

  • Außerdem alle Zählerstände wie bspw. an Heizungen oder Stromzählern

  • Schauen Sie auf den Fußboden: Notieren Sie mögliche Kratzer auf Parkett, Dielen oder Fliesen

  • Überprüfen Sie, ob alle Fenster, Türen und Schlösser einwandfrei funktionieren

  • Und vergewissern Sie sich zu guter Letzt, ob Sie jegliche Schlüssel zurückerhalten haben

Wenn Sie nun jedoch denken, dass es ja wohl nicht so schwer sein kann, den Zustand einer leeren Wohnung zu dokumentieren, liegen Sie daneben. Denn selbst mit einem Wohnungsübergabeprotokoll können noch Fehler auftreten – und zwar nicht gerade wenige. Wir haben Ihnen hier die gröbsten Fehler einmal aufgelistet, inklusive Ratschlägen, wie Sie es richtig machen.

Bringen Sie Zeugen mit zur Übergabe.

Das Wichtigste gleich zuerst. Wenn Sie keine Hausverwaltung oder Makler mit der Wohnungsübergabe beauftragen und sich selbst mit Ihrem Mieter treffen, sollten Sie sicherheitshalber einen Zeugen dabei haben. Wir übertreiben hier nicht: Ohne Zeugen, die während des Ausfüllens und Unterschreibens der Protokolle anwesend waren, wird das Gericht diese möglicherweise nicht anerkennen. Und damit würde sich ihr eigentlicher Sinn – einer gerichtlichen Auseinandersetzung vorzubeugen – erübrigen.

Die Wohnung sollte bei Tageslicht besichtigt werden.

Dies ist ein Punkt, den man vor allem in den Wintermonaten leicht vergisst. Dabei ist er gerade für Vermieter wichtig: Denn manche Mängel wie bspw. einen Kratzer auf dem Parkett oder Verfärbungen am Putz lassen sich bei künstlichem Licht, das schlecht in die Ecken kommt, einfach nicht erkennen. Um ein böses Erwachen bei Tageslicht zu verhindern, sorgen Sie daher unbedingt dafür, dass die Wohnungsübergabe nicht ausgerechnet in den spätesten Stunden des Tages stattfindet.

Vereinbaren Sie einen Vorabnahmetermin mit Ihrem Mieter.

Um zusätzlichen Stress zu vermeiden, sollten Sie sich die Wohnung schon einige Wochen vor der endgültigen Übergabe ansehen. Das hat unter anderem den Grund, dass dem Mieter bei den Verbesserungen gewisse Fristen zustehen. Wenn Sie bei der Wohnungsübergabe besonders viele Schäden feststellen, kann es aufgrund dieser Fristen passieren, ihr alter Mieter noch renoviert, während eigentlich schon ein neuer drin sein sollte.

Achten Sie auf Vollständigkeit.

Man kennt sich, man mag sich. Da drückt man nicht nur mal ein Auge zu, man vergisst auch, genau hinzuschauen. Oder in alle Räume zu gehen. Deswegen sollten Sie darauf achten, sich wirklich alles anzusehen, also auch das kleine Kabuff hinter der Küche. Vollständigkeit meint aber auch Zählerstände von Strom, Wasser und Gas zu notieren – und zu überprüfen, ob Sie die Wohnungsschlüssel auch wirklich in Originalausfertigung zurückerhalten haben.

Bei bestimmten Mängeln hilft es auch nichts, wenn sie im Protokoll vermerkt werden.

Eine Wohnung ist kein Museum. Wenn sie lange bewohnt wurde, dann entstehen logischerweise auch gewisse Mängel. Doch dass Mängel am Ende im Übergabeprotokoll vermerkt werden, heisst noch lange nicht, dass der Mieter auch für sie aufkommen muss. Eine generelle Regel gibt es bei der Frage, wer für Mängel aufkommt, nicht. Es kommt daher ganz darauf an, was im Mietvertrag festgehalten wurde. Die meisten Verträge sehen vor, dass Mieter für Schönheitsreparaturen aufkommen, nicht aber beispielsweise für normale Abnutzungserscheinungen des Bodens. Deswegen gilt es hier unbedingt, noch einmal in den Vertrag zu schauen und vor der Übergabe zu informieren.

Fazit: Muss man sich das wirklich antun?

Die Antwort ist simpel: Natürlich nicht. Ein Übergabeprotokoll hilft zwar dabei, Streit oder gar eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Vermieter und Mieter zu vermeiden – zum Beispiel über die Frage, ob Schäden beim Ein- und Auszug vorhanden waren. Aber dennoch ist die Übergabe einer Wohnung ist nur so gespickt von rechtlichen Fallgruben.

Wer keine Lust mehr auf böse Überraschungen bei der Wohnungsabnahme hat, oder wem sowohl Zeit als auch Nerven fehlen, sich um komplizierte Protokolle zu kümmern, der sollte darüber nachdenken, jemand anderen mit der Vermietung seiner Wohnung zu beauftragen. Und hier kommt Home ins Spiel. Die Wohnungsübergabe bedeutet viel Arbeit und bietet viel Raum für teure Fehler: Home nimmt Ihnen nicht nur den ganzen Stress ab, sondern spart Ihnen im Zweifelsfall auch noch Geld.

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