Das Landgericht Frankfurt am Main hatte mit Urteil vom 17.05.2018 (Az. 2-13 S 168/15) diesen wohnungseigentumsrechtlichen Sachverhalt zu entscheiden:

Die Parteien bilden eine Wohnungseigentümergemeinschaft. In der Gemeinschaftsordnung wurden Untergemeinschaften gebildet. Die Gemeinschaftsordnung regelt die getrennte Abrechnung in den einzelnen Untergemeinschaften. Die Untergemeinschaften sollen bzgl. der Kosten so behandelt werden, als seien sie eigenständige Gemeinschaften. Alle nicht einer Untergemeinschaft zuzuordnenden Kosten werden gemeinschaftlich getragen.

Es fand eine Eigentümerversammlung statt. Dort wurden Beschlüsse zur Erneuerung der Dachs und Modernisierung des Aufzugs nebst Sonderumlage gefasst. Das betroffene Dach gehört zu Gebäude a, der Aufzug bezieht sich auf Gebäude c.

Der klagende Eigentümer verfolgte mit seiner Klage erfolgreich die Anfechtung dieser Beschlüsse. Er sei insbesondere rechtsschutzbedürftig, da – auch wenn der Kläger einer anderen Untergemeinschaft angehöre – einer Haftung im Außenverhältnis nach § 10 Abs. 8 WEG ausgesetzt sein könnte. Für die jeweiligen Verpflichtungen der Gemeinschaft – unabhängig von der internen Gemeinschaftsordnung – hafte im Außenverhältnis der einzelne Eigentümer nach seinem Miteigentumsanteil. Die Haftung der Untergemeinschaft im Innenverhältnis ändere nichts an der Haftung des Klägers im Außenverhältnis.

Trotz der Anerkennung der Rechtsfigur der Untergemeinschaft, sei diese nicht rechtsfähig. Die Untergemeinschaft könne daher nicht am Rechtsverkehr teilnehmen. Sie könne nicht im Außenverhältnis Verbindlichkeiten eingehen und auch mangels eigenem Vermögen solche Verbindlichkeiten begleichen. Daher könne es durchaus dazu kommen, dass der Kläger für Verbindlichkeiten der Untergemeinschaft nach § 10 Abs. 8 WEG im Außenverhältnis einzustehen habe.

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